Woher PRT kommt
PRT wurde vom amerikanischen Psychotherapeuten Alan Gordon entwickelt. Sie baut auf einer Idee auf, die du vielleicht schon vom gelernten Gefahrschmerz kennst: dass anhaltender Schmerz oft ein erlernter Fehlalarm des Nervensystems ist. Statt am Gewebe anzusetzen, setzt PRT dort an, wo dieser Alarm entsteht – im Gehirn.
Die Grundidee: Sicherheit statt Gefahr
Chronischer Schmerz hält sich oft durch einen Kreislauf aus Angst und Vermeidung: Der Schmerz wird als Zeichen von Schaden gedeutet, das macht Angst, und die Angst verstärkt den Schmerz. PRT versucht, diesen Kreislauf zu unterbrechen.
Das Ziel ist, dem Gehirn glaubhaft zu vermitteln: Diese Signale sind nicht gefährlich. Wenn die Bewertung von „Gefahr“ zu „sicher“ wird, kann der Schmerz nachlassen.
Somatic Tracking – die zentrale Übung
Das Herzstück von PRT ist eine Übung namens Somatic Tracking. Dabei beobachtest du die Schmerzempfindung ruhig und neugierig – aus einer Haltung der Sicherheit heraus, ohne Kampf und ohne Angst. So lernt das Gehirn nach und nach, die Empfindung neu einzuordnen: als harmlos statt bedrohlich.
Dazu kommen ein gelassenerer Umgang mit Stress und typischen Auslösern sowie das bewusste Stärken angenehmer Gefühle. Es geht nicht darum, den Schmerz „wegzudrücken“, sondern die Angst davor abzubauen.
Was die Forschung zeigt
Die bekannteste Untersuchung dazu ist die sogenannte Boulder-Studie der University of Colorado Boulder, veröffentlicht 2021 im Fachjournal JAMA Psychiatry. Menschen mit chronischen Rückenschmerzen wurden per Zufall auf drei Gruppen verteilt: PRT, eine Scheinbehandlung und die übliche Versorgung.
Das Ergebnis war deutlich: Rund zwei Drittel der PRT-Gruppe waren nach vier Wochen schmerzfrei oder nahezu schmerzfrei – spürbar mehr als in den Vergleichsgruppen. Die meisten behielten die Besserung auch ein Jahr später. Hirnscans zeigten außerdem Veränderungen in Regionen, die an der Schmerzverarbeitung beteiligt sind.
Für wen PRT gedacht ist – und für wen nicht
Ehrlich eingeordnet: PRT wurde für Schmerzen untersucht, für die sich keine körperliche Ursache finden lässt, die behandelt werden muss. Sie ersetzt keine ärztliche Abklärung und ist kein Heilversprechen. Am Anfang steht immer die Frage: Wurde eine ernste Ursache ausgeschlossen? Wenn ja, kann der PRT-Ansatz ein sehr wirkungsvoller Weg sein – und nicht jeder Mensch reagiert gleich darauf.
Möchtest du das ausprobieren?
In meinem Coaching arbeite ich mit den Prinzipien aus PRT und dem Mind-Body-Ansatz. Wir schauen uns deinen Schmerz gemeinsam an und üben, deinem Nervensystem Sicherheit zu signalisieren.
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